Social Media – gut für Introvertierte?

Studien haben sich mit Führungskräften beschäftigt und Interessantes festgestellt. Extravertierte arbeiten am besten mit passiveren Mitarbeitern und Introvertierte mit aktiveren. Die einen begeistern mit ihrer Art und reißen alle mit, die anderen hören zu und lassen auch Ideen und Tatkraft anderer einfließen. In beiden Fällen motivieren sie und haben so nachweislich Erfolg.

Als ich das las, bin ich mir noch sicherer geworden, wo ich reinpasse. Ich arbeite jetzt seit drei Jahren viel in meinem Atelier/Büro und habe weniger Kontakte nach außen als früher. Die Malortgruppe gibt es auch nicht mehr und die Sitzungsarbeit ist ganz zum Erliegen gekommen. Ich habe genug Arbeit, aber leider zu wenige, die Geld einbringt. Was nun?

Nach einigen Gründerseminaren, habe ich etwas halbherzig in den Socialmedia Plattformen gestartet. Dann ganz einschlafen lassen. Jetzt durch die Mutmacher Challenge, habe ich einen Focus gesetzt und bin ich über die Filmerei wieder eingestiegen. Ich sehe es eben als Bühne und Kommunikationsmedium. JA das kommt uns eher stillen Menschen entgegen. Ich habe etwas Tolles im Angebot und das darf gesehen werden und ich muss nicht von einer Veranstaltung zur anderen hetzen.

Introvertiertheit – Kommunikation – Erfolg – Netzwerken

Diese Begriffe schließen sich nicht aus und ein Teil davon kann über die digitale Welt passieren. Das kommt den “Intros” sogar entgegen. Einen Teil über diese Schiene zu leben ist durchaus praktisch, weil ich es von meinem Schreibtisch aus machen kann. Begegnungen im „richtigen“ Leben sind für mich trotzdem wichtig und ich möchte nicht darauf verzichten Kontakt und Austausch mit “echten” Menschen zu haben.

Das bringt mich auf mein zweites Buch zum Thema stille Menschen. Es heißt „Leise Menschen – starke Wirkung“ von Sylvia Löhken. Im Video gebe ich euch einen Überblick über den Inhalt und versuche die Essenzen herauszuarbeiten.

Es setzt wunderbar fort, was das erste Buch begonnen hat. Seine Stärken als Introvertierter Mensch erkennen und umsetzen. Sylvia Löhken versteht sich als introvertierte Kommunikationstrainerin und zeigt uns wie man das leben kann.

Bei diesen Zeilen habe ich mich widergefunden und erkenne noch mehr, dass ich ebenfalls so ein Paradoxon gelebt habe. Ein Wechsel zwischen Rückzug und Präsenz. Wichtig ist genug Zeit für das Wiederauftanken seines Energiespeichers. Diese Tatsache habe ich nicht gesehen oder war mir nicht bewusst. Frau Löhken hat das in ihren Berufsalltag integriert und ist damit erfolgreich.

Was mich teilweise fast in die Verzweiflung trieb und auch heute noch zweitweise tut, ist das Spannungsfeld zwischen diesen beiden Wesensformen. Wenn ich im Außen bin, erlebe ich es meist positiv und habe kein Problem vor Gruppen zu sprechen und sie auch anzuleiten in zum Beispiel Seminaren.

Bin ich mehr im Rückzug, fällt es mir schwer raus zu gehen und ich bin dann überzeugt ein ziemlicher „Eigenbrödler“ zu sein, der genau da sein will, wo er gerade ist. Im Stillen.

Je nach dem auf welcher Ebene ich mich gerade bewege, passt es und es scheint mir unmöglich auf die andere Seite zu wechseln.  Mir wird gerade bewusst, dass vor allem das Wechseln in die äußere Präsenz viel Kraft braucht bzw. brauchte. Das kann sehr ermüdend und frustrierend sein. Diese beiden Welten in mir sind eine Herausforderung, aber auch eine Erklärung für meine Empathiefähigkeit. Das Reinspüren in andere ist in mir so lange ich mich erinnern kann. Es ist einfach da. Ich kann das nicht abstellen und brauche daher immer wieder Abstand und Rückzug, um zu regenerieren. 

Lernen bedeutet für mich, sich etwas bewusst werden. Etwas erkennen. Sogenannte “AHA!” Momente. Kennt ihr das? Das Buch „Leise Menschen – starke Wirkung“ hilft mir grad dabei, meine Stärken und Schwächen bewusster wahrzunehmen und dieses Wissen umzusetzen.

Mein Charakter, meine Persönlichkeit ist eben genau so geprägt und es ist gut so wie es ist. Denn diese Besonderheiten machen einen Teil meiner Stärken aus. Ich sehe mich nicht nur als kreativ Malende, sondern auch als Menschen Coach. Als Lebensbegleiter.

Das gefällt mir wirklich gut. Ich erschaffe stille Begleiter in meinen Werken und ich bin ein leiser Begleiter in meiner Sitzungsarbeit. Leise und kraftvoll!

Wow! Ich denke, ich habe gerade den gemeinsamen Nenner meiner beiden Berufungen gefunden!

Ein Bauchgefühl sagte mir immer wieder, dass es neben der Atelierarbeit noch was braucht. Dass ich meine Fähigkeiten noch nicht vollständig lebe. Ich war im Zweifel, denn ich hatte das Coaching ja schon mal in Angriff genommen. Vielleicht war ich selbst noch zu unklar oder die Zeit noch nicht reif.

Ein nächster Schritt ist gerade passiert und es geht weiter.  Ich definiere meine zweite Dienstleistung klar, präsentiere sie (mit Videos vor allem online) neu und finde eine Balance für meine beiden Welten. Wenn es sein soll, wird es fließen.

Viele bunte Grüße,

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