ZEIT DES REISENS UND DES RÜCKZUGS

Liebe Leute!

Ich melde mich zurück nach einer Zeit des Reisens und des Rückzugs.

Vier Wochen in Thailand über Weihnachten. Wir haben sozusagen die Adventzeit „geschwänzt“.

Mein Mann und ich haben in Bangkok gestartet, Teile Westthailands mit dem Auto erkundet, ein Hausboot an einem Stausee bewohnt (und MO kennengelernt) einen Badurlaub in Ko Samui versucht, Chiang Mai und Umgebung mit dem Moped entdeckt, waren am höchsten Berg Thailands und sind schließlich durch einen Nationalpark und vielen (!) Kurven  in Chiang Rai gelandet. Als Abschluss haben wir und dann ein paar Tage in einem kleinen ruhigen Strandresort südlich von Pattaya gegönnt, zum Runterkommen, bevor es wieder nach Hause ging.

Unendlich viele Bilder, Menschen, Gerüche, Farben, Begegnungen und Eindrücke:

Wasserfälle, Obst, Dschungel, heiße Quellen, schwimmende Märkte, gigantische Bäume, Sturm, Gewitter, Regen, Strand, goldenen Buddhas, Sonnenschein, Wärme, beeindruckende Tempel, lächelnde Menschen, Stromleitungen, Mopeds in allen erdenklichen Varianten, Garküchen, Märkte, Straßenfood, Seele baumeln, genießen, unbeschwert sein wie Kinder…

DANKE!!! –  Es war eine wunderbare Zeit!

Zurück in Wien hat uns gnädiger Weise die Sonne begrüßt und kein Schnee. Anfangs kam mir alles noch etwas unwirklich vor. „Es brauchte wohl einige Tage, lass dir Zeit bis nach Neujahr. Langsam!“, so waren meine Gedanken. Ein paar Tage wären schön gewesen.

Die erste Jänner Woche war vorbei  und ich hatte das Gefühl noch immer nicht angekommen zu sein.

Ich hatte doch so viel vor und zu tun! Fühlte mich wie in Watte. „ Was ist los mit mir? Das kann doch nicht wahr sein?“  Kraft und saftlos kämpfte ich mich durch die Tage. Dazu kamen körperliche Symptome, zu denen aber keine (körperliche) Ursache zu finden war. „Wieso will ich nicht ankommen im Hier und Jetzt, im Alltag?“ Konnte kaum schlafen, geisterte in der Nacht durchs Haus und war am nächsten gerädert. Schmerzen und permanente Übelkeit…

Heute ist der 18.1.2019 und ich fühle mich gut, schon den zweiten Tag! Ich habe erholsamer geschlafen und mir auch Hilfe geholt. Ganz klar blicke ich noch nicht durch, aber es geht aufwärts. Ich bin wieder lebendig und aktiv. Endlich habe ich zu malen begonnen und Arbeiten in Angriff genommen, die gemacht gehören und ich auch machen wollte und will.

Aber es hat mich gebremst. Wurde zur Ruhe gezwungen. Stillstand. Geduld.
Vielleicht verstehe ich es eines Tages.

Ich hatte mich auf das Wesentliche beschränkt, weil mehr habe ich nicht geschafft. Einen Fokus setzen, einen ersten Schritt tun, das Rad in Bewegung bringen und laufen lassen. Dranbleiben und vertrauen.

UFF! Gar nicht so einfach. Ich dachte immer ich bin ein geduldiger Mensch…

Also habe ich beschlossen, vorerst zu malen. Den Auftrag, die eigene Serie fürs neue Jahr weiterarbeiten, Entwürfe aus den Thailand Eindrücken machen. Buddhismus und Frauen? Gedanken aufschreiben und Infos recherchieren.

Alles andere wird daraus entstehen. Die richtigen Menschen werde ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort treffen und dann den nächsten ersten Schritt gehen können.

Ich konzentriere mich auf meine momentane Aufgabe – und das ist für mich Malen und Schreiben. Nehme mich ernst in meinem Tun. Jeden Tag im Atelier.

Fühle ich mich jetzt als Künstlerin? Ich weiß nicht. Was/Wer ist man als Künstlerin? Ich habe immer noch mit diesem Begriff Probleme, weil mir immer sofort das Wort künstlich/unecht in den Sinn kommt. Wie fülle ich für mich das Wort Künstlerin? Will ich das sein?

 

Es ist Montag 21.1.2019 – ich schreibe nun meine Text weiter. Einige Tage Abstand sind oft gut.

Samstag war ich auf einem Workshop – die Kraft des Anfangs – was hat das mit mir zu tun?

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne oder aller Anfang ist schwer? Wie viele Anfänge habe ich schon gemacht? Positive Aufregung, Kribbeln im Bauch, Vorfreude auf das Kommende. Freude am Tun, auch wenn es anstrengend wird.

Doch schon einige Male erlebt. Durch den Satz einer Freundin „Du hast deine Kasten mit deinen Fähigkeiten noch gar nicht aufgemacht.“  Hat sich etwas in Gang gesetzt. Hat mich erst etwas verwirrt  – ich habe doch schon so vieles gemacht – und dann hat es mir Herzklopfen verursacht. Was entsteht gerade, wartet etwas Neues auf mich, welche Fähigkeiten schlummern noch in mir? Das fühlt sich gut an. Aufbruchsstimmung! Aber wohin? Habe eine Ahnung aber noch keine Gewissheit…

Geduld! Geduld! Geduld! 

Und Vertrauen!

Also eins nach dem anderen:
Mein nächstmöglicher Schritt: Malen – Malen ist ein schöpferischer Akt!

 

Ich bin Schöpfer meiner Bilder!

Das habe ich nun erkannt:
Ich bin nicht Künstler, ich bin Schöpfer. Das verursacht eine ganz andere Resonanz in mir als das Wort Künstler.